Es gibt Serien, die begleiten einen wie ein Schatten. Sprichwörtlich, haha. Wednesday gehört für mich genau dazu. Ich hab die zweite Staffel in einem Rutsch gesehen und obwohl Netflix mit seiner fragwürdigen Veröffentlichungspolitik viel Spannung gekillt hat (wo auch die Zuschauerzahlen gelitten haben), war das Gesamterlebnis intensiver, als ich es erwartet hätte. Aber ja, ich habe halt gewartet, bis die ganze Staffel 2 verfügbar war und dann in 2 Tagen durchgeschaut.
Die Figurenvielfalt beeindruckt mich nach wie vor. Jede und jeder bekommt Raum, sich zu entfalten. Wednesday mit ihren schwarzen Tränen und düsteren Visionen, Pugsley mit seinen neuen Kräften, und Enid, die endgültig ihren Platz als Alpha-Werwolf findet. Es ist, als ob die Serie bewusst darauf achtet, dass niemand in den Schatten gedrängt wird.
Besonders stark fand ich die Enthüllungen um Principal Barry Dort. Ein Hochstapler, ein Sektenführer, und am Ende wortwörtlich in Stein verwandelt. Das war so absurd und gleichzeitig folgerichtig. Und dann dieses Familiengeheimnis. Gomez, Morticia, ihre Schuld von früher, die sich bis in die Gegenwart zieht. Man spürt, dass die Vergangenheit in dieser Serie nicht einfach nur Dekoration ist, sondern wirklich Gewicht hat.
Der Cliffhanger am Ende der Staffel 2 mit Aunt Ophelia hat mich schließlich kalt erwischt. Die Worte „Wednesday Must Die“ haben eine Wucht, die lange nachhallt. Warum hat sie so einen Hass auf sie? Boah. Ich hoffe wir müssen nicht wieder 3 Jahre warten, bis wir das herausfinden. Bis dahin ist Isaac Ordonez, der Schauspieler, der Pugsley spielt, dann schon erwachsen. Also ranhalten, Netflix! haha. Es ist dieser Mix aus bizarrer Komik und tiefem Ernst, der mich so fesselt.
Dass es trotz sinkender Quoten eine dritte Staffel geben wird, macht mich ehrlich erleichtert. Manche Geschichten verdienen es einfach, weitererzählt zu werden.